Warum das Baudarlehen kündigen?

Ein Paukenschlag für viele Kunden der Sparkasse mit einem Baudarlehen: ein aktuelles BGH Urteil erklärt zahlreiche Verträge für ungültig. Der liegt in irreführenden Widerrufsklauseln in der Fußnote der Verträge. Unter bestimmten Voraussetzungen, können unter Umständen tausende Kunden den Vertrag kündigen und ein besseres Angebot annehmen.

Warum das Baudarlehen kündigen?

skyscraper-1482844_640Ältere Verträge werden oft mit 5 Prozent verzinst. Allerdings entspricht dieser Zinssatz längst nicht mehr dem aktuellen Niveau. Die europäische Zentralbank hat schon vor Jahren den Leitzinssatz gesenkt. Durch die Anpassungen, um die europäische Wirtschaft zu stärken, können Banken einen weit geringeren Zinssatz anbieten. Wo vor 10 Jahren noch Kredite mit 5 Prozent Zinsen an der Tagesordnung waren, sind es heute gerade einmal 1,5 Prozent Darlehenszins.

Dieser Faktor kann je nach Darlehensrahmen und Höhe, einige tausende Euro Zinsunterschied im gesamten Zeitraum ausmachen. Warum sollten Kunden einen überteuerten Kredit bezahlen, wenn es derzeit eine so attraktive Verzinsung gibt? Der Wechsel bzw. die Anpassung des eigenen Baudarlehens, ergibt eine sehr gute Möglichkeit Geld zu sparen.

Wen betrifft das BGH Urteil genau?

Grundsätzlich betrifft es alle Kunden unterschiedlicher Banken, mit ähnlichen falsch formulierten Widerrufsbelehrungen. Laut dem Bundesgerichtshof, sind Formulierungen wie „Die Frist zum Widerruf beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung“ unzulässig. Es wird angeprangert, dass Kunden in die Irre geführt werden.

Im Moment bezieht sich das Urteil auf einen Sachverhalt bei der Sparkasse. Aber vermutlich sind tausende Verträge auch bei anderen Kreditinstituten ähnlich unwirksam. Speziell bei den Sparkassen betrifft es die Darlehensverträge, welche im Zeitraum 2005-2009 unterzeichnet wurden.

Es macht durchaus Sinn, das Gespräch mit den Banken zu suchen und unter Umständen einen Anwalt zu konsultieren. Schließlich muss kein Kunde überhöhte und nicht zeitgemäße Zinsen hinnehmen. Es gibt aber einige grundlegende Fristen zu beachten, welche nachfolgend erläutert werden.

Genaue Fristen und Chancen, einen Darlehensvertrag zu kündigen

Das kürzlich beschlossene Gesetz für Kredite im Bereich Wohnimmobilien, verschafft den Banken eine gewisse Sicherheit. Natürlich geht es hier um eine Absicherung der Zinssätze, die im Vertrag festgelegt wurden. Falls aber nach genauer Untersuchung im eigenen Darlehensvertrag, ungültige Klauseln laut BGH gefunden worden sind, gelten folgende Fristen:

  • Darlehen abgeschlossen vor dem 11.06.2011 – Kündigung bis 21.06.2016

Der aktuelle Fall dürfte demnach nur Kunden interessieren, die bereits vorher einen Widerruf geleistet haben. Vermutlich sollte die Anzahl derer aber nicht gerade gering sein, weil Verbraucherschützer seit Jahren den vorsorglichen Widerruf aufgrund schwankender Zinslagen proklamieren.

Was kann man tun, wenn der Fall zutrifft?

Am besten suchen Kunden zuerst das Gespräch mit der Bank und weisen auf das aktuelle BGH Urteil hin. Die Sparkassen, auch sämtliche anderen Kreditinstitute, wissen sehr wohl genau, um welchen Fall es geht. Sollten sämtliche Bemühungen der gütigen Einigung nichts fruchten, sollte ein Anwalt konsultiert werden. Ein Gerichtsverfahren werden die Banken nicht riskieren, wenn wirklich alle Voraussetzungen erfüllt sind (Fristen und ungültige Klauseln im Vertrag). Mehr dazu auf www.mikrowelle-tests.info